Gesundheitsunterricht für Mädchen in Mali

2019-03_Koulikoroni_350x196_.jpgBildung (von Frauen) und Familienplanung sind die Schlüssel für eine Verbesserung der Lebensbedingungen in Afrika. Und diese Ziele hat sich der Verein „Häuser der Hoffnung - Schulbildung für Afrika e.V.“ auf seine Fahnen geschrieben. Dazu wurde das Mädchenzentrum Jigiya Bon in Malis Hauptstadt Bamako gegründet. In ihm haben derzeit 44 Mädchen und junge Frauen ein sicheres Zuhause gefunden und können lernen. Doch nicht nur ihnen, sondern über 250 weiteren Mädchen wird mit Hilfe von Schulstipendien der Schulbesuch ermöglicht und die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben eröffnet.

Selbstbestimmung ohne Kenntnisse über Hygiene, den eigenen Körper, Beschneidung, Familienplanung und Frauenrechte? Das ist wohl kaum möglich! An dieser Stelle setzt das Engagement des IWC Steinfurt-Emsdetten ein. Seit 2017 finanziert unser Club das Projekt „Gesundheitsunterricht für die Schülerinnen von Häuser der Hoffnung. Ein großes Projekt! Und in RFPD fanden wir sofort die Unterstützung, die unserem Engagement einen weiteren Schub gibt. Das Verfahren der Antragsstellung war unkompliziert. Der RFPD Vorstand und der Projekt-Controller befanden das Gesundheitsprojekt sofort unterstützenswert und die Genehmigung erfolgte umgehend. Es passte, denn die Ziele sind deckungsgleich – sowohl RFPD als auch Häuser der Hoffnung engagieren sich für Bildung, Familienplanung und eine medizinische Grundversorgung besonders von Mädchen.

2018-01+Gesundheitsunterricht_350x262.jpgHeute erhalten etwa 280 Mädchen den Gesundheitsunterricht. Wochenende für Wochenende gibt die malische Ärztin Dr. Oumou Traoré mit ihrem jungen Team im Mädchenzentrum in Bamako (Mali) Unterricht. Die Mädchen werden über die Themen aufgeklärt, die normalerweise absolute Tabus in Mali sind: Gesundheit und Hygiene, Pubertät und Sexualität, Schwangerschaft und Verhütung. Ein besonders wichtiges Thema ist immer die Mädchenbeschneidung, von der auch heute noch fast alle Malierinnen betroffen sind. Weiter werden die rechtlichen Grundlagen zu Gewalt in Familien, Kinderehe und Menschrechten vermittelt. Das ist wirklich dringend notwendig in einem Land, in dem Früh- und Zwangsehe weit verbreitet sind und eine Frau im Durchschnitt 8 Kinder bekommt. Und die Mädchen nehmen das Wissen begierig auf und werden so zu Multiplikatorinnen in einer narrativen Gesellschaft.

Und ein neues, zweites Gesundheitsprojekt steht an: auf dem Land, 50km von Bamako entfernt. Mit den gleichen Zielsetzungen und dank des großen Einsatzes der malischen Mitarbeiter hoffentlich mit dem gleichen Erfolg wie der Gesundheitsunterricht im Mädchenzentrum in Bamako.

Karin Gutberlet
IWC Steinfurt-Emsdetten

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